10 Mythen rund um Multichannel

28.01.2013

Es gibt einige Mythen rund um das Thema Multichannel. Zum Beispiel, dass soziale Medien die Hauptrolle für die neue Kundengeneration spielen, dass Kunden online bald nur noch über Tablet- und Smartphone einkaufen und dass der Online-Kanal das stationäre Geschäft kannibalisiert.

Um "den" Onlineshopper und die Zukunft des Multichannel ranken sich viele Mythen, die Händler verunsichern. Eine Studie gibt nun Entwarnung: Ganz so schnell ändern Konsumenten ihr Verhalten nicht. 

In einer aktuellen Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PwC, werden die die "10 Mythen des Multichannel-Einzelhandels" entmystifiziert.


Die 10 Mythen

Als erstes widersprechen die Forscher der Behauptung, dass Social Media bald zu einem unverzichtbaren Vertriebskanal wird. Stimmt so nicht, sind die PwC-Berater überzeugt: Für sich allein gesehen ist es eher unwahrscheinlich, dass Social Media in naher Zukunft ein wichtiger Verkaufskanal wird. Zwar werden die Sozialen Netzwerke immer beliebter, aber sie fördern die Shoppinglaune über alle Kanäle hinweg, nicht nur online.

Als Mythos Nummer 2 bezeichnet PwC, dass der stationäre Handel in Zukunft lediglich zum besseren Showroom wird. Die meisten Kunden, die über mehrere Kanäle einkaufen, geben auch an, dass sie sich gerne online informieren. Doch kaufen sie die Produkte immer noch am liebsten im Ladengeschäft.

Mythos Nummer 3: Die Tablets überholen bald den klassischen PC als bevorzugtes Online-Shopping-Medium. Dem widerspreche, dass Kunden noch immer überwiegend über den PC online einkaufen, heißt es. Tablets und Smartphones werden demnach den PC nicht so bald ersetzen, aber vermutlich immer wichtiger für andere Stationen entlang des Kaufprozesses werden. 

Als Mythos Nummer 4 bezeichnen die Forscher, das die globalen Konsumenten sich immer mehr ähneln, weil die Welt durch das Internet kleiner wird. Zwar werden der Studie zufolge der stationäre Einzelhandel und Marken "globaler" und Kunden kaufen auch immer öfter online über Grenzen hinweg. Aber die Bandbreite von lokalen Unterschieden auch beim Kundenverhalten sei noch immer sehr groß.

Dazu passt auch Mythos Nummer 5: Der besagt, dass China das Zukunftsmodell des Onlinehandels ist. "China steht zwar an der Spitze einiger wichtiger Trends, aber wir glauben, dass die Multichannel- und Online-Modelle einzigartig sind", heißt es.

Mythos Nummer 6: Heimische Einzelhändler haben immer auch einen "Heimvorteil" gegenüber weltweit agierenden Einzelhändlern. Auch da widerspricht PwC: Ausländische Einzelhändler sind bei Rankings der beliebtesten Multichannel-Einzelhändler auf dem Vormarsch.

Globale "reine" Onlinehändler (Online Pure Player) wie Amazon haben laut Mythos Nummer 7 immer Kostenvorteile gegenüber inländischen Online Pure Playern. Die PwC-Berater prognostizieren, dass viele einheimische Online Pure Player ihre eigenen Kostenvorteile werden halten können.

Mythos Nummer 8 besagt, dass Einzelhändler von Natur aus besser als Marken positioniert seien, weil sie dem Kunden viel näher sind. Stimmt nicht, argumentieren die Berater: Die Verbraucher kaufen auch direkt beim Hersteller und viele können nicht mehr zwischen Händlern und ihren Lieblingsmarken unterscheiden.

Als Mythos Nummer 9 entzaubert PwC, dass der Onlinehandel Verkäufe in anderen Kanälen kannibalisiere. Tatsächlich geben die Verbraucher mehr Geld bei ihrem Lieblings-Multichannel-Einzelhändler aus und verschieben nicht nur einige der Einkäufe auf einen anderen Kanal, heißt es in der Studie.

Last but not least wird Mythos Nummer 10 entlarvt. Demnach ist der niedrige Preis der wichtigste Treiber des Kunden, bei einem Einzelhändler einzukaufen. Dem widersprechen die Berater: Kunden schätzen ihrer Beobachtung nach Qualität und innovative Marken mehr als den Preis, wenn sie bei ihrem Lieblings-Multichannel-Einzelhändler einkaufen.


Zur Studie

Bei der Studie wurden mehr als 11.000 Onlineshopper in 11 Ländern auf drei Kontinenten befragt, darunter sowohl reife Volkswirtschaften wie auch Schwellenländer. Zu den Ländern gehörten Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Russland, die Schweiz, die Türkei, das Vereinigte Königreich und die USA. 

Autor: Sybille Wilhelm


Quelle: Der Handel.

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