Jeder zweite deutsche Online-Käufer bestellt im Ausland

07.04.2016

Deutsche Online-Händler müssen auf der Hut sein, ihre Kundschaft nicht an die ausländische Konkurrenz zu verlieren und selbst aktiv um Kunden aus dem Ausland werben

Die Ländergrenzen verlieren beim Online-Shopping immer mehr an Bedeutung: Mehr als die Hälfte der deutschen Online-Käufer (56 Prozent) hat bereits einmal etwas bei einem ausländischen Online-Anbieter gekauft. In der Gruppe der 18- bis 39-Jährigen sind es sogar zwei Drittel. Knapp ein Drittel (31 Prozent) könnte sich vorstellen, in einem Online-Shop mit Sitz im Ausland einzukaufen. Nur 13 Prozent lehnen dies grundsätzlich ab. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Befragung im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die 1.200 deutsche Internetnutzer über 18 Jahren befragt wurden. 

„Deutsche Online-Händler müssen auf der Hut sein, ihre Kundschaft nicht an die Konkurrenz aus dem Ausland zu verlieren. Der beste Weg, die Kunden an die inländischen Shops zu binden, ist ein wettbewerbsfähiger Preis. Noch wichtiger ist jedoch ein breites und attraktives Produkt- und Markenangebot“, so die Einschätzung von Gerd Bovensiepen, Leiter des Bereichs Retail & Consumer bei PwC. Denn 84 Prozent der Auslands-Shopper gaben an, dass sie auf den Kauf bei einem ausländischen Online-Anbieter verzichten, wenn die gewünschte Ware auch in einem deutschen Shop erhältlich ist. Online-Shops aus Großbritannien und den USA besonders beliebt Ein Blick auf die im Ausland eingekauften Waren zeigt: Internet-Shopper kaufen in erster Linie Kleidung und Schuhe (53 Prozent) in ausländischen Shops, gefolgt von Büchern, Musik, Filmen und Videospielen (37 Prozent). Online-Läden aus Großbritannien (52 Prozent) und den USA (39 Prozent) sind dabei am beliebtesten.

Die zentralen Gründe für den grenzüberschreitenden Einkauf sind bessere Preise – das sagen knapp zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) – sowie die Verfügbarkeit von Waren, die in deutschen Shops nicht erhältlich sind (53 Prozent). Dabei gibt es aus Verbrauchersicht aber auch gewichtige Argumente, die gegen den Kauf im Auslands-Shop sprechen: Online-Shopper, die bisher noch nie in einem ausländischen Shop eingekauft haben, nennen dafür Bedenken in Hinblick auf Garantie, Gewährleistung und Widerruf (50 Prozent), zu hohe Versandgebühren (46 Prozent) sowie Unklarheit bei den Zollgebühren (46 Prozent) als Begründung. Sie ließen sich am ehesten durch kostenlose Retouren, eine sichere Zahlungsabwicklung und eindeutige Hinweise zu Zollgebühren davon überzeugen, in einem ausländischen Shop einzukaufen. Ein Drittel der Auslands-Shopper berichtet über schlechte Erfahrungen Knapp zwei Drittel der Auslands-Shopper (64 Prozent) gaben an, dass sie mit ihren Einkäufen im Ausland zufrieden waren. Probleme gab es bei den übrigen 36 Prozent. Hier kam es beispielsweise zu längeren Lieferzeiten oder unerwarteten Zollgebühren. Zwei Drittel (67 Prozent) berichteten, dass die Ware gut verpackt und unbeschädigt angekommen ist und sie den Bestellvorgang als unkompliziert empfunden haben. Eine gute Produktqualität attestierte jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der Auslands-Shopper (56 Prozent). „Auch beim Thema Qualität können deutsche Online-Händler ansetzen, um die Wettbewerber aus dem Ausland auf Distanz zu halten“, so Gerd Bovensiepen.

Während die EU aktuell daran arbeitet, die Bedingungen für den grenzüber-schreitenden Online-Handel zu harmonisieren, wünschen sich viele Kunden zumindest ein einheitliches Gütesiegel: Die Einführung eines europäischen Gütesiegels, das die Qualität der Online-Anbieter überprüft, würde bei 77 Prozent der Online-Shopper die Bereitschaft erhöhen, im Ausland zu bestellen. „Deutsche Online-Händler müssen sich vor diesem Hintergrund auf einen intensiven Wettbewerb einstellen. Österreichische Online-Händler verschicken beispielsweise bereits rund 30 Prozent ihrer Verkäufe ins europäische Ausland. Andererseits haben auch die deutschen Online-Händler die Chance, aktiv um Kunden aus dem Ausland zu werben und ihre Waren grenzüberschreitend zu verkaufen“, fasst Gerd Bovensiepen zusammen.


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