Weniger ist mehr: Flat Design als Trend der Webseiten-Gestaltung

07.08.2013

Das neue Zauberwort der Webseiten-Gestaltung heißt Flat Design. Darunter versteht sich die schlichte, funktionale und zweidimensional anmutende Aufbau einer Internetpräsenz. Flat Design zeichnet sich durch den Verzicht auf Plastizität und Licht-Effekte aus. Stattdessen werden Farben und Schriften als Gestaltungsmittel eingesetzt.

Veränderte Ausgabemedien

Erste Anwendung fand das Flat Design beim Entwurf von Smartphone-Apps. Mittlerweile hat es auch bei der Webseiten-Gestaltung seinen Durchbruch erfahren. Diese Entwicklung geht zurück auf die zunehmende Diversifizierung der Ausgabemedien mit ihren unterschiedlichen Charakteristika bzgl. Bildschirmgröße, Auflösung, Bandbreite und Multimedia-Fähigkeiten. 

Durch die Vielseitigkeit der Ausgabemedien steht die Programmierung von Webseiten vor neuen Herausforderungen. Unter Berücksichtigung einfacher Prozessoren von Smartphones, schlechter Datenverbindungen und Volumentarifen in mobilen Netzen sollen heutige Webseiten möglichst ressourcenschonend gestaltet sein. Weiterhin müssen sie flexibel in der Darstellung sein und im Hoch- wie Querformat, auf kleinen und großen Bildschirmen und auf Screens unterschiedlicher Auflösung gut dargestellt werden. Auch in der Bedienung ist Flexibilität gefordert. Webseiten sollten mit Mouse ebenso wie mit Berührung funktionieren. 


Entwicklung zum Flat Design

Aus der zunehmenden Vielseitigkeit der Ausgabemittel ergeben sich Einschränkungen in den Gestaltungsmitteln. Große Bilder oder aufwendig gestaltete Buttons stellen eine Datenlast dar und sind schlecht geeignet, sich auf unterschiedliche Auflösungsdichten einzustellen. Die Weiterentwicklung von HTML ermöglicht es mittlerweile, innerhalb der Programmierung zu gestalten, was die Entwicklung zum Flat Design unterstützt. 

Während bis vor kurzem der Einsatz von 3D-Buttons, Spiegelungen und raffinierte Lichteffekte zum Standard gehörten, geht der aktuelle Trend in Richtung einer rationaleren und funktionaleren Gestaltung. Dabei steht insbesondere die Usability im Vordergrund. Webseiten sollen übersichtlich, schnell zu erfassen und zu nutzen sein.


Gestaltungsmittel

Die typografische Gestaltung von Webseiten ist eines der Hauptmerkmale des Flat Designs. Bis vor kurzem konnten nur sehr wenige, plattformübergreifende Schriften eingesetzt werden bzw. mussten Überschriften alternativ als Grafik dargestellt werden, wenn diese besonders auffallend gestaltet werden sollte. Damit war nicht nur das Design eingeschränkt, auch konnten als Grafik angelegte Überschriften nicht zur Suchmaschinenoptimierung beitragen. Mittlerweile wird eine freie Auswahl von Schriften in (so gut wie) allen Browsern und Smartphone-Betriebssystemen unterstützt, mit der nun eine wirklich typografische Gestaltung realisiert werden kann. 

Ein weiteres Gestaltungsmittel im Flat Design sind die Iconfonts, mit denen Icons auflösungsunabhängig auf einer Webseite eingesetzt werden können. Dabei werden Icons in eine Schrift umgewandelt. Da Fonts immer als Vektoren angelegt sind, können sie ohne Qualitätsverlust skaliert werden und sind auch auf hoch auflösenden Displays scharf dargestellt. Dabei können Icons nur in einer Farbe dargestellt werden, was aber genau dem Prinzip des Flat Designs mit seiner zurückhaltenden Gestaltung entspricht. 

Farben spielen eine besondere Bedeutung beim Flat Design. Zusammen mit Icons strukturieren farbige Flächen sie Seite. Durch den Verzicht von Effekten treten sie mehr in den Vordergrund und bestimmen die Stimmung einer Webseite. 

Durch die weitgehende Gestaltung mit Mitteln der Programmierung, die dem Flat Design zugrunde liegt, ist auch die Anpassung auf unterschiedlichen Geräten viel einfacher. Damit erfüllt es die Erwartungen des Responsive Web Design (RWD), demzufolge Layout und Hierarchie einer Webseite sich anpassen müssen, wenn sie auf unterschiedlichen Geräten angesehen werden.

Insgesamt folgt das Flat Design dem Trend, den Inhalt einer Webseite in den Vordergrund zu stellen. Es soll Übersichtlichkeit und einfache Bedienbarkeit gewährleisten und das alles ohne viel Aufwand aber mit einem verständlich strukturierten Layout-Konzept. Bei der oft übertriebenen Bilderflut und kleinteiligen Layouts vieler Internetpräsenzen wird eine ordentliche, aufgeräumte und gut strukturierte Webseite mit großer Wahrscheinlichkeit eine geringere Absprungrate und höhere Verweildauer haben, womit das Flat Design auch Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung wird.

Quelle: http://bjoerntantau.com, http://www.manx.de


Linktipp: 
Flat Design im E-Commerce: 25 Beispiele für moderne Online-Shops

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