Rückblick: Workshop Foto- und Bildrechte

23.02.2015

Mitte Februar durften wir erneut Rechtsanwältin Marion Janke, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, als Referentin für einen spannenden Workshop rund um das Thema Internetrecht begrüßen. Dieses Mal ging es um die rechtssichere Verwendung von Fotos und Bildern im Internet. Die wichtigsten Erkenntnisse des Workshops haben wir zusammengefasst.

Die Grundregeln 

Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Motiv und Qualität einer Aufnahme sind dabei unerheblich. Urheber und somit Inhaber sämtlicher Rechte eines Bildes ist, wer den Auslöser betätigt, es sei denn die Rechte zur Nutzung werden an einen Dritten übertragen.

Es gibt drei Arten der Nutzungsrechte. Zustimmungsbedürftige Nutzungen sind die Vervielfältigung (§ 16 UrhG) und die Nutzung im Internet (§19 a UrhG). Ebenfalls der Zustimmung bedarf die Bearbeitung eines Fotos (§23 UrhG).

Nutzungs- und Bearbeitungsrechte können mittels Vereinbarung (Lizenzvertrag - §32 UrhG) erworben werden. Dabei muss geregelt werden wer, wie (privat / gewerblich), wo, für welche Medien und wie lange nutzen darf und wie Urheber- und Quellenangaben erfolgen müssen.

Einräumen darf die Nutzungsrechte nur der Urheber bzw. Rechteinhaber, aber auch Bildagenturen. Vorsicht ist geboten bei Weiterlizensierungen. Erhält man bspw. ein Bild von einem Vertragspartner, obwohl dieser nicht weiterlizensieren darf, so haftet trotzdem der Endnutzer, denn dieser trägt die Beweislast für Nutzungsrechte.

Besonders bei den verschiedenen Bildagenturen wie Fotolia, Pixelio, Aboutpixel & Co. gilt es, jeden Lizenzvertrag und die Nutzungsbedingungen genauestens zu prüfen. Jede Agentur hat seine eigenen Vorgaben.


Urheber- und Quellenangabe

Grundsätzlich hat jeder Urheber einen gesetzlichen Anspruch auf Nennung, es sei denn es ist vertraglich anders vereinbart. Wenn der Vertrag es vorgibt, kann zusätzlich auch eine Quellenangabe, also woher das Foto stammt, notwendig sein.

Wie genau Urheber- und Quellenangabe zu erfolgen haben, ist abhängig vom jeweiligen Lizenzvertrag. Sie wird teilweise am bzw. unterm Bild, am Seitenende oder im Impressum erwartet. Die Pflicht zur Nennung besteht dabei größtenteils auch bei lizenzfreien oder kostenlosen Bildern.

Wieder gilt es insbesondere bei Bildagenturen besonders aufzupassen. Während bspw. bei Fotolia eine Angabe im Impressum ausreichend ist (wobei der Urheber dem konkreten Foto zugeordnet werden muss), muss bei Pixelio die Angabe am Bild oder am jeweiligen Seitenende erfolgen und einen Link zur Pixelio-Seite beinhalten. Jedes Portal hat seine eigenen Bedingungen.


Bildrechte und soziale Medien

Weil man Nutzungsrechte hat, bedeutet das noch lange nicht, dass Bilder ohne Einschränkung auch in sozialen Netzwerken genutzt werden dürfen. Es sind die jeweiligen Lizenzbedingungen zu prüfen. So ist es für Pixelio-Bilder bspw. nicht gestattet, diese für Social Media zu nutzen. Sollte die Nutzung erlaubt sein, sind zumeist trotzdem Urheber und Quelle anzugeben.

Auch das Teilen fremder Beiträge mit Bild ist eine Vervielfältigung, die ein Nutzungsrecht voraus setzt. Deshalb sollte im Zweifel auf das Vorschaubild verzichtet werden.


Vorsicht ist besser als Nachsicht

Insgesamt gilt es, bei der Verwendung fremder Bilder und Fotos vorsichtig zu sein und sich ausreichend über die jeweiligen Bedingungen zu informieren. Während es relativ wenig Rechtsstreitigkeiten bzgl. Fotonutzung in sozialen Netzwerken gibt, sind fehlende oder fehlerhafte Urheber- und Quellenangaben auf Webseiten ein weit verbreiteter Abmahngrund.

Nutzt man verschiedene Bildagenturen, gilt es sich mit den jeweiligen Bedingungen und Vereinbarungen auseinanderzusetzen. Auch wenn man Fotos über Dritte erhält, ist die Nutzung nicht zwangsläufig erlaubt. Hat der Dritte nicht das Recht, die Bilder weiterzugeben, haftet am Ende trotzdem der Nutzer.


Seien Sie also Vorsichtig bei der Verwendung von Bildern im Internet. Weitere Informationen zum Thema Foto- und Bildrecht finden Sie auch auf der Seite der KANZLEI JANKE

Ihre Ansprechpartner vor Ort

Redaktion: Barbara Behr

0395 / 3 69 49 11
info@auv-nb.de

 

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