Studie zur Digitalisierung der Gesellschaft

22.03.2013

Die Digitalisierung der Gesellschaft verändert unser Leben – aber leider nicht nur zu unserem Besten. Immer mehr Menschen verbringen ihre Zeit privat und beruflich online und nehmen damit eine massive Verringerung persönlicher Kontakte in Kauf.

Auch die permanente Erreichbarkeit führt zu einem dauerhaften Zeitdruck, der durchaus gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann. So ist für eine Mehrheit von 69 Prozent die Digitalisierung mit konkreten Nachteilen verbunden. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine im Auftrag der Internet World Messe vom Institut ibi research an der Universität Regensburg durchgeführte Befragung unter 1000 Experten der Internetbranche. In der Studie wurden die Auswirkung der gesellschaftspolitischen Aspekte der Digitalisierung untersucht, wie zum Beispiel die Nutzung Sozialer Medien im Arbeitsalltag, der Datenschutz, der Umgang mit digitalen Inhalten sowie – im Hinblick auf die diesjährige Bundestagswahl – die Kompetenz der Parteien in diesem Themenumfeld.

Die Digitalisierung von Inhalten aller Art und die Erweiterung der Kommunikationsprozesse haben in den letzten fünfzehn Jahren zu einer Informationsüberflutung geführt. Vor allem die Entwicklung des öffentlichen Netzes, das insbesondere durch den Ausbau der Sozialen Netzwerke für jedermann zugänglich ist, ist hier der Haupttreiber. Die stärksten Auswirkungen der Digitalisierung sehen 91 Prozent der Internetexperten im Bereich der Arbeitswelt. 79 Prozent der Experten stellen daher auch ein verändertes Verhalten der Arbeitnehmer im Arbeitsalltag durch die Social Networks fest. Fehlende Trennung von Beruflichem und Privatem, Abnahme von Höflichkeitsformen sowie Konzentrationsschwäche sind nur einige der spontan genannten Effekte. 

„Aus Sicht der Befragten hat die Nutzung sozialer Netzwerke sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf das Verhalten im Arbeitsalltag“, kommentiert Studienleiter Michael Wittmann, Consultant bei ibi research an der Universität Regensburg die Ergebnisse. „Zum einen werden größere Kommunikationsbereitschaft und Transparenz als Folge wahrgenommen, auf der anderen Seite aber auch mangelnde Höflichkeit und sinkende Aufmerksamkeit." 

Jugendliche sind nicht ausreichend vorbereitet
85 Prozent der Befragten beobachten diese Entwicklung vor allem bei jüngeren Arbeitnehmern. Aber auch schon bei der Vorbereitung auf die Arbeitswelt in Schule, Studium und Ausbildung sehen die Experten Defizite der heranwachsenden Generation. So sieht die Mehrheit vor allem Nachholbedarf bei den Themen Respekt (60 Prozent) und Umgangsformen (55 Prozent). Auch sorgen sie sich um ein sinkendes Bildungsniveau. Die Jugendlichen brauchen vor allem Unterstützung und Anleitung im Umgang mit den Sozialen Netzwerken. Die Verantwortung wird hier besonders bei den Erziehungsberechtigten und Bildungseinrichtungen gesehen. Dem eigenen Kind würden 28 Prozent der Befragten erst ab einem Alter von 15 Jahren die Nutzung Sozialer Netzwerke erlauben. 

Ein ausführliches Studiendokument mit allen Ergebnissen der Befragung steht kostenlos auf der Website der Internet World Messe unter folgendem Link zum Download bereit: www.internetworld-messe.de/Presse/Studie

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Redaktion: Barbara Behr

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